Hope erhält sein Schulzeugnis

Hope erhält sein Schulzeugnis
Die Rettungsmission, die alles veränderte
(Auszug aus Anjas Buch „Heksebørnenes mor“, 2020):
„Als ich den Jungen erblickte, stockte mir der Atem. Er war abgemagert, dreckig und saß allein im Schatten eines Bananenbaums am Fuß eines Hügels. Vielleicht drei Jahre alt – schwer zu sagen bei diesem Skelettkörper. Wir waren gekommen, um ihn zu retten.
Vor uns formten die Dorfbewohner einen Kreis. Plötzlich begann er zu tanzen – mechanisch, wie angestoßen. Seine Augen waren leer, Arme und Beine dünn wie Streichhölzer. In seiner Hand hielt er eine zerdrückte Cola-Dose. Die Leute klatschten.
Dann brachen seine Beine ein und er fiel hart auf sein blutleeres, gerupftes Hinterteil. Ein Mann zog ihn hoch, und er tanzte weiter. Ich kniete vor ihm – der Gestank war kaum zu ertragen. Sauer und faulig, als verwese er. Sein Bauch war aufgebläht, die Rippen standen hervor, und sein Körper war von Dreck und getrockneter Erde überzogen. Ich gab ihm einen Keks und Wasser. Er trank gierig. ‚Wir nehmen dich mit‘, sagte ich ihm.“
Die ganze Welt sah zu, wie Land of Hope-Gründerin Anja Ringgren Lovén diesen Jungen rettete – der später Hope genannt wurde. Sein Name steht seither als Symbol für Mitgefühl und den Kampf gegen schädlichen Aberglauben
„Wie geht es Hope heute?“
Am Rettungstag – dem 30. Januar 2016 – wusste niemand, ob er überlebt. Sein Zustand war kritisch. Wir wuschen ihn behutsam, brachten ihn ins Krankenhaus (das normalerweise schmutzige „Hexenkinder“ abweist) und behandelten seine Infektionen.
Hope kam zurück ins Leben! Nicht nur körperlich – er veränderte auch Anjas Leben und inspirierte viele, als seine Geschichte um die Welt ging. Bis heute bekommen wir oft die Frage:
„Wie geht es Hope?“
Es geht ihm gut.
Seit der Rettung spricht Hope nicht im herkömmlichen Sinn. Er kommuniziert durch eigene Laute, aber keine klaren Worte. Ohruntersuchungen bestätigten, dass er hörgeschädigt ist und vermutlich taub. Wir boten ihm Hörgeräte an, aber er möchte sie nicht tragen. Er kommuniziert lieber auf seine eigene Weise – oft durch Tanz.
„Hope spricht mit seinen Augen, seinen Händen und seinem Herzen. Er sagt kein Wort – und doch sagt er mehr als viele andere“, sagt Anja oft.
Hope wuchs mit Anjas biologischem Sohn, David Junior, zusammen auf – wie Brüder und unzertrennlich. Wir fanden auch seine leibliche Mutter und entdeckten, dass er einen jüngeren Bruder namens Daniel hat – den wir uns eines Tages wünschen, dass er treffen kann
Heute feiern wir Hopes Schulabschluss
Du kannst mitfeiern: Hope hat gerade die Primary School abgeschlossen – das entspricht der Grundschule.
Er besucht eine ganz normale Schule und gibt trotz seiner Hörschwierigkeiten sein Bestes. Er hat das Schreiben als neue Ausdrucksform für sich entdeckt und ihn begeistert besonders Mathe. Der Abschluss der Primary School ist ein großer Meilenstein in seinem Leben.
Was die Zukunft bringt?
Wir wissen es noch nicht. Wir rechnen nicht mit normalem Sprachgebrauch. In Nigeria gibt es für ihn nur begrenzte Möglichkeiten. Aber Hope ist fleißig, freundlich, intelligent – wir glauben, seine Zukunft kann hell sein.
Vielleicht tun sich Möglichkeiten außerhalb Nigerias auf. Die Zeit wird es zeigen.
Bis September genießt Hope die Sommerferien bei Land of Hope – dann startet er die Secondary School.
Sein Weg – vom malträtierten Hexenkind zur erfolgreichen Schülerin – zeigt: Hoffnung ist überall. Wir dürfen die Hoffnung niemals verlieren.









